Regen, Hagel, Sturm ⛈ – Tag 29: Meile 384 – 395

Im Shelter zu übernachten erwies sich als großer Fehler. Der Wind stand genau auf der offenen Seite, alles wurde nass, Schlafsack, Rucksack, trotz Regenschirm. Zudem hat die ganze Hütte im Wind gewackelt. Ab zwei Uhr lag ich wach und habe nur darauf gewartet, dass die Zeit vergeht und ich endlich loslaufen kann.

Um viertel vor sechs konnte ich dann endlich die nassen Sachen zusammenpacken. Bäh. Es war eiskalt, meine Hände waren schnell taub. Und los ging es – im Dunkeln durch die Matsche, der Wind hat mich hin- und her geschubst.

Ich bin bestimmt hundertmal ausgerutscht, aber dabei nur einmal auf dem Hintern gelandet. Dabei hab ich den Ellenbogen gestoßen- irgendwas ist ja immer.

Als besonderes Highlight ging es dann über zwei baumfreie Hügel – einem der schönsten Abschnitte. Aber nicht mit Sturmböen, die einem den Hagel mitten ins Gesicht schleudern. Beim zweiten Hügel war es zum Glück etwas weniger windig.

11 Uhr. Dann holt mich die Inhaberin vom B&B an der Straße ab. Bis dahin musste ich dann noch durchhalten. Ich habe auch festgestellt, dass meine 15€ Regenhose von Decathlon nicht wasserfest ist. Einen Versuch war es wert…

Heute habe ich North Carolina dann auch endgültig verlassen und laufe dann in den nächsten Tagen ausschließlich in Tennessee – bisher war ich immer auf der Grenzlinie unterwegs gewesen.

Touchscreen vom Handy funktioniert im Gefrierbeutel – so bleibt das Handy trocken

Ich bin etwas stolz, dass ich die Zeit so genau eingeschätzt habe dass ich tatsächlich nach dem 11 Meilen um 10:55h an der Straße angekommen bin. Mein Shuttle war pünktlich. Auf dem Weg zum B&B sind wir noch schnell beim Subway angehalten – alle anderen Restaurants waren geschlossen.

Warm, sauber und trocken sieht die Welt gleich ganz anders aus. Ich bin aber sehr geschafft, habe schon ein kleines Mittagsschläfchen gehalten. Heute ist Montag. Noch vier Tage / 76 Meilen, dann nehme ich endlich wieder einen Zero – den brauche ich dann auch.

Ich bin heute echt zum ersten Mal auf diesem Trail geschafft – kaltes Wetter zehrt immer sehr an meinen Kräften. Zudem liegt der letzte Zero jetzt schon 10 Tage zurück. Es gab aber auch keinen schönen Ort, um einen ganzen Tag freizunehmen. Ich freue mich sehr auf Damascus – auch wenn ich dort nur ein Hostelzimmer gefunden habe. Zum Glück sollen die nächsten paar Tage schön werden.

Einmal hat mich der Wind gegen einen Zaun mit Stacheldraht geschubst, dadurch ist eine der Seitentaschen am Rucksack aufgerissen ☹️ aber mit Zahnseide kann man alles nähen 😅


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