Piegan Pass – Tag 130: Meile 2912 – 2941

Der vorletzte Tag auf dem Trail! Keine Nacht mehr in der Wildnis (heute Abend schlafen wir auf dem Many Glacier Campground mit 100 Campsites – das ist nicht wild). Und steht ein langer 29 Meilen Tag mit 5.000ft Anstieg bevor – die Rangerin hat uns ausdrücklich hiervon abgeraten – aber wir hatten nun wirklich genug längere und härtere Tage.

Was hier im Nationalpark wirklich toll ist: über jeden Bach führt hier eine Brücke – nasse Füße adé! Dachten wir… schon bald war der Trail mit nassen Beerenbüschen überwuchert und wir wurden trotzdem klitschnass… hätte ich man meine wasserfesten Socken angezogen… man kann nun auch deutlich sehen, dass der Sommer hier vorbei ist: die Beerenbüsche sind leer gefuttert und die Blätter färben sich rot.

Dafür haben wir aber das Brandgebiet verlassen und sind für einige Meilen am Saint Mary Lake entlang gelaufen.

Nach ein paar Meilen erreichten wir den touristisch genutzten Trail – hier waren die Büsche gekürzt und wir konnten einwandfrei laufen – auch wenn wir ständig Tageswanderer überholt haben. Deren Gespräche haben uns gut amüsiert: „In der nächsten halben Meile geht es noch 150 Fuß (45 Meter) bergauf – durchhalten!“ Schnauf. Schnauf. Und das waren junge Leute 😃

Als nächstes Stand der größte Anstieg für heute an: 3.000ft auf den Piegan Pass. Den Anstieg haben wir kaum gemerkt da es extrem flach hochging. Alle Tageswanderer waren beeindruckt, wie schnell wir den Berg hochgelaufen sind 😀

Es war zwar etwas bewölkt, aber die Aussicht war phantastisch. Schon vom Trail aus konnten wir den Piegan Gletscher sehen. Die Gletscher sind hier alle aber ziemlich klein – Tendenz schmelzend 😟

Oben auf dem Pass haben wir unsere Mittagspause eingelegt – die letzte Mittagspause 😱!

Auf der anderen Seite des Passes hatten wir ein schönes Tal mit einer hohen Felswand und einem türkisen See vor uns – die Farbe des Wassers sah wie gefärbt aus.

Auf der anderen Seite des Passes war es extrem windig, ein paarmal wurde ich fast umgeweht 😅

Sobald wir etwas tiefer waren, wurde es aber wieder wärmer und windstill. Das Tal war wunderschön mit vielen Bächen und kleinen Wasserfällen. Der CDT hat sich das Beste wirklich bis zum Schluss aufgespart.

Gegen 18:00 Uhr sind wir dann früher als gedacht in Many Glacier angekommen, obwohl wir unendlich viele Pausen eingelegt haben. Dafür mussten wir aber immer umso schneller weiter wandern, um wieder warm zu werden. Hier gibt es ein Restaurant das lt. Google max. mittelmäßig ist… die Pizza hat dem langen, kalten Tag für uns köstlich geschmeckt.

Heute Abend schlafen wir auf dem Many Glacier Campground. Jay hat hier für vier Tage einen Campingplatz ergattert, den jemand kurzfristig storniert hatte. Heute sollen vier Bären durch den Campground spaziert sein! Ich schlaf heut Nacht bei Jay im Auto, Crunch im Zelt – ich hoffe, dass er nicht als Bärenfutter endet 😅

Morgen laufen wir von hier bis zur kanadischen Grenze – es sind nur noch 20 Meilen! Mir kommt es immer noch etwas unwirklich vor, dass wir plötzlich so kurz vor dem Ende sind. Jetzt, wo es so schön ist könnte ich ewig weiterlaufen… aber mein entzündeter Zeh ist sicher froh, wenn das alles hier vorbei ist.


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