Unwetter Pause ⛈ – Tag 120+121: Meile 2675 – 2686

Heute Nacht hat es plötzlich angefangen zu regnen – danach hat es extrem nach Feuer gerochen – ich bin mitten in der Nacht aufgestanden um nachzusehen, ob ich etwas helles erkennen kann, aber alles war dunkel. Mit dem Regen ist wohl eine Menge Qualm herunter gekommen.

Morgens war es zum Glück wieder trocken und die Landschaft war richtig schön: wir sind ständig an den Bergrücken entlang gelaufen. Es war zwar leicht nebelig vom Qualm, aber das hatten wir schon schlimmer.

Als wir allerdings den nächsten Anstieg erledigt hatten, waren wir plötzlich mitten in einer Wolke – wo ist das schöne Wetter hin? In der Ferne hörten wir schon den Donner, der Himmel schimmerte gelblich, das ist meistens kein gutes Zeichen. Zudem wurde es bitterkalt.

Wir sind dann in Höchstgeschwindigkeit ins Tal zum Highway gelaufen, wo Jay mit unserem Resupply für die nächsten 2 Tage wartete. Ich hatte die Schnauze gestrichen voll von dem Mistwette – wir hatten nun wirklich genug schlechte Tage in Colorado! Die letzten Tage waren etwas unspektakulär – und nun, da wir die schönen Ridgewalks vor uns haben, kann man nichts sehen.

Die nächsten 22 Meilen liegen sehr hoch und exponiert, in der kommenden Nacht soll es extrem viel regnen oder auch schneien, stürmen und die Temperaturen liegen nicht mehr wie gestern bei 34 Grad sondern bei 10 Grad tagsüber – hoch in den Bergen sicher etwas darunter. Dazu Gewitter. Stimmungstief. Regen, Wind und Kälte haben mir schon auf dem PCT sehr zu schaffen gemacht – dort konnte ich zum Glück im Holden Village Zuflucht suchen. Jetzt waren wir direkt an dem Highway in den Ort Lincoln…

Allerdings sind wir in den letzten Tagen so gut voran gekommen und hatten ja erst vor 2 Tagen eine Nacht in Helena verbracht…aber die Kälte raubt so viel Energie und frisst so viele Kalorien weg…

Crunch wäre glaub ich lieber weitergelaufen… änderte aber seine Meinung als er sah, dass wir 22 Meilen total ungeschützt laufen. Zum Glück konnten wir das Motel in Augusta, dass wir für übermorgen gebucht hatten, umbuchen. Wir bleiben jetzt zwei Nächte in Lincoln, bis dieser Wettereinbruch vorbei ist – wahrscheinlich wird der länger aber ich hoffe einfach, dass übermorgen das Schlimmste vorbei ist. Wir sind so früh dran, wir haben auf dem Super Butte Cutoff so viele Meilen gespart – da nehme ich lieber noch einmal eine Wetterpause. Zudem ist das Motel in Lincoln sehr günstig, wir bezahlen für 2 Tage weniger als sonst für einen Tag.

Ich merke auch, wie die Kraft so langsam nachlässt – ich habe zwar so viele Muskeln an den Beinen wie noch nie zuvor, aber die verbrauchen natürlich auch viel Energie. In der letzten Woche war ich beim Wandern eigentlich jeden Tag müde… aber die meisten Hiker sind noch immer 300-500 Meilen hinter uns, obwohl ich unglaublich viele Zeros eingelegt habe. Und Anfang September ist zwei Wochen früher als mein geplantes Enddatum, also ist alles gut.


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