Absaroka Wilderness – Tag 100: 24 Meilen

Heute wird es ein leichter, kurzer Tag! Endlich werde ich mal wieder vor 20h im Zelt liegen, wir haben nur 24 Meilen bis zu unserem Campspot in Yellowstone/ Lamar Valley!

Ich hatte keine Ahnung, was der Tag noch bringen sollte…

Es fing ganz gut an, wir liefen durch ein weiteres Tag – nicht zu schön da die Bäume hier größtenteils von einem Brand zerstört wurden, aber der Trail war einfach und wir kamen gut voran.

Der Pass hatte einen ordentlichen Anstieg, um die 3.000ft aber auf eine seeeehr lange Strecke verteilt – und wir hatten ja auch keinen Stress, bei der Hitze wollten wir nicht schon um 16h zelten.

Gegen 13h zogen dunkle Wolken auf… aber die sind bisher ja immer schnell vorbei gezogen. Kurz bevor wir die Baumgrenze, die mittlerweile wieder ein gesunder Wald war, verlassen hätten hörten wir den ersten Donner. Da die nächsten 4 Meilen sehr exponiert über den höchsten Punkt in der Nähe führten war dies eher suboptimal.

Daher sind wir wieder etwas abgestiegen und haben uns zwischen die niedrigen Nadelbäume gehockt. Dann fing es an wie verrückt zu gießen und zu Gewittern. Und die Wolken zogen nicht weiter, stattdessen bewegten die sich eher im Kreis… so warteten wir über zwei Stunden, bis sich das Gewitter über uns gelegt hatte. Jetzt war es kein lockerer Tag mehr, jetzt waren wir plötzlich spät dran und mussten Gas geben.

Beim Abstieg konnten wir das lange Lamar Valley unter uns sehen – hier werden wir heute übernachten, dort wo sich die Wölfe und Grizzlybären tummeln. Auf dem Weg durchs Tal ist ein riesiger Weisskopfseeadler, das Wappenviech der Amis, an uns vorbei geflogen.

Unser Campspot ist total schön gelegen, genau am Fluss – allerdings ist es schon spät und ich bin ziemlich erschöpft – seit über einer Woche habe ich nicht mehr richtig geschlafen, da der Arm und die Schulter schmerzen, irgendwas ist da nicht in Ordnung, wahrscheinlich nervt ein Nerv. Es wird wohl kein Weg daran vorbei führen einen Arzt aufzusuchen der mir für 200$ erklärt, ich soll nicht mehr wandern und Schmerztabletten nehmen. Der nächste Arzt ist eine Stunde Fahrt entfernt, das vermasselt mir dann auch gleich mal meinen Zero. Die Stimmung ist daher eher so mittelgut.

Egal – wenn heute Nacht der Bär kommt, dann seines Sohnes, der kann gerne meinen Arm abbeißen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s