Kokomo Pass und Eagles Nest Wilderness – Tag 72: Meile 1176 – 1199 + 10 Meilen Silverthorne Alternative

Heute bin ich wieder früh losgelaufen in der Hoffnung, den zweiten Pass am Nachmittag sicher überqueren zu können.

Ich habe echt Probleme in die Gänge zu kommen, der Nearo in Leadville hat nicht die erhoffte Erholung verschafft – ich fühle mich immer noch total ausgelaugt und die Beine sind schwach, als wäre ich gestern den Matjeslauf gerannt.

Mein nächster Abschnitt wäre theoretisch am Freitag zuende und ich könnte einen Zero nehmen (ich hoffe dass die Beine einfach nur einen ganzen Tag Pause wollen). Allerdings ist dies das 4th of July Wochenende und alles ist ausgebucht oder unbezahlbar. Laufe ich weiter, habe ich noch einige Tage mit viel Höhenunterschied vor mir, bis ich die nächste Straße erreiche – und ich pfeif jetzt ja schon aus dem letzten Loch. Zwangsweise mache ich dann morgen schon den Zero – der letzte ist 150 Meilen her, aber eigentlich wollte ich versuchen, mit Nearos Zeit zu sparen.

Ich hab im Moment aber echt kaum noch Motivation mich so kraftlos die Pässe hochzuschleppen und mich danach vollregnen zu lassen. Ich habe ein schlechtes Gewissen, da ich dann in dieser Woche mehr im Hotel schlafe als im Zelt – aber ich hoffe, dass es danach besser läuft. Zudem schmerzt das Knie jeden Tag mehr – ist halt blöd, da ich den Tag, den ich durch die Alternative einspare dann gleich wieder ausgebe.

Genug gejammert. Wie gesagt, der Aufstieg zum Kokomo Pass war zäh – aber dafür gab es eine schöne Aussicht, da es heute morgen mal nicht nebelig war.

Zudem habe ich die Bekanntschaft mit einem neugierigen Murmeltier gemacht. Normalerweise pfeifen die mich immer nur böse an, wenn ich vorbeilaufe. Wahrscheinlich hat jemand mal das Murmeltier gefüttert – sonst wäre es doch niemals so nah zu mir gekommen?

Gegen Mittag habe ich das Copper Mountain Resort erreicht. Im Winter Skigebiet, im Sommer Vergnügungspark. Wichtig war, dass es einen Laden gab, in dem ich was zu essen kaufen konnte. Eigentlich hätte ich mich heute Abend mit Jay getroffen, um meine Nahrungsmittel aufzufüllen. Da ich nun ja aber die blaue Route laufe, bin ich schon mittags im Ort gewesen und hätte auf Jay warten müssen. Bei dem Gewitterrisiko wollte ich aber schnellstmöglich den Pass überqueren.

Also gab es einen Protein Shake, einen Muffin und ein Snickers Eis – insgesamt über 1.000kcal, das ist gut.

Die Alternative verläuft in echt auf einem ganz anderen Pfad als auf Guthooks, das war etwas verwirrend aber wenn man es weiß, reicht es ja ungefähr in die richtige Richtung zu laufen.

Es zogen allerdings arg dunkele Wolken auf… Regenwolken, richtig? Als ich noch eine halbe Meile vom Pass entfernt war, fing es an zu donnern. Toll. In der nächsten Senke habe ich mich dann in meine Zeltunterlage gewickelt, um beim Warten nicht klitschnass und kalt zu werden.

Eine Viertelstunde später war der Himmel auch wieder blau und ich bin schnell (naja so schnell wie ich derzeit halt bin) den Berg hinaufgehechtet, bevor die nächste Wolkenfront mich erreichen konnte.

Nach dem Pass ging es schnell wieder ins Tal und unter die Baumgrenze – geschafft!

Um 16:30h habe ich schon mein Tagesziel erreicht. Da hörte ich aus der Ferne schon den Donner – ok mit weiterlaufen wird es nichts mehr heute. Kaum hatte ich mein Zelt aufgebaut, fing es auch schon extrem stark an zu regnen. Glück gehabt. Als Unterhaltungsprogramm gab es ohrenbetäubende Blitzeinschläge dazu.

Morgen habe ich nur einen Pass zu überqueren und dass schon bei Meile 5 – d.h. dass ich morgen dann mal nicht um

4 Uhr aufstehen muss, ein Traum.


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