Leadville – Tag 70: Meile 1162 – 1176

Heute habe ich nur 14 Meilen nach Leadville. Gestern hab ich schon früh Feierabend gemacht da ich eh keine 35 Meilen gelaufen wäre und den Anstieg lieber auf zwei Tage verteilen wollte. Die Sehne über dem Knie zickt seit 2 Tagen herum – tagsüber ist es ok aber wenn ich nachts das Bein Strecke ist es extrem schmerzhaft. Ich hoffe, dass ein Nearo in Leadville, Dehnen, Voltaren, Hot und Icy Patch, Kniekompresse und Ibuprofen das wieder in den Griff bekommen. Die nächsten 300 Meilen werden jeden Tag krasse Anstiege haben.

Die Anstiege nerven immer noch – ich bin immer noch keine echte Pocket Rocket. Die Beine sind ziemlich muskelbepackt – aber irgendwie taugen die Muskeln nicht besonders viel – ich hatte gehofft, dass sich nach dem Zero in Salida alles schön regeneriert – aber jeden Tag sind die Beine schwer.

Mit den wärmeren Sachen (lange Hose, Fleece) läuft es sich aber auf jeden Fall besser am Morgen. Es war schön und klar, überhaupt nicht nebelig.

Nach dem ersten Anstieg bin ich an ein paar kleinen Seen vorbeigekommen – ich hatte überlegt, hier zu zelten, aber ich hab echt Bammel vor den Gewittern, daher versuche ich immer einen möglichst sicheren Campspot zu finden, auch wenn die dann natürlich nicht das tollste Panorama haben. Hier gewittert es nämlich auch manchmal noch spät abends.

Heute gab es nur einen kurzen Abschnitt, der baumfrei verließ – dort wollte ich meine Frühstückspause machen. Kaum saß ich, fing es natürlich an zu schneeregnen – was auch sonst.

Die letzen Meilen verliefen unspektakulär im Wald, hier bin ich nur schnell gelaufen, da bei Meile 1176 Jay auf mich wartete. In Leadville haben wir erstmal einen Burger gegessen. Ein Glück dass wir so früh (1130) dran waren – um 12h standen die Leute Schlange und mussten Ewigkeiten aufs Essen warten.

Danach sind wir zum Melanzana Store gefahren – anscheinend ein MUSS wenn man in Leadville ist, die Schneidern vor Ort Sportbekleidung. Ich wollte die Sachen doof finden, da es ja so angesagt ist. Aber leider ist das schief gegangen, die Hoodies sind schön weich und man kann die Kapuze festziehen, so dass nur noch die Augen rausgucken, was bei Kälte ziemlich gut ist. Allerdings hatte ich Glück, dass es meine Größe gab – da alles live geschneidert wird und in den USA niemand mehr arbeiten möchte, waren die Ständer so gut wie leer – für Männer gab es nur noch XL.

Abends sind wir noch ein Steak essen gegangen – das günstige Restaurant mit den 4$ Margaritas gab es auch in Leadville.

Leadville ist übrigens eine alte Goldgräberstadt und die am höchsten gelegene Stadt in den USA – auf 3.094m. Doc Holiday hat hier im Wilden Westen um sich geschossen.

Auf dem nächsten Abschnitt komme ich am höchsten Punkt des CDT vorbei, dem Grays Peak. um diesen zu erreichen, muss man 1.4 Meilen einen Grat entlang laufen – als Ostfriese mache ich mir bei dem Gedanken daran natürlich fast in die Hose. Aber falls das Wetter mies ist, gibt es auch eine niedrigere, einfachere Route (falls der Grat vereist ist möchte ich den nämlich nicht laufen.)


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