Battle Pass – Tag 52: Meile 1532 – 1455

Heute Morgen wollte ich schon um 5 Uhr los laufen, damit der Schnee noch einigermaßen fest ist… hatte dann aber doch keine Lust um 4 Uhr aufzustehen und hab nochmal den Snooze Button gedrückt 😴

Yard Goat hatte mir etwas von 14 Meilen Schnee erzählt – die sind mittlerweile schon zu 10 zusammen geschmolzen. Dafür gab es auf den ersten 2 Meilen unzählige umgekippte Bäume, die im Weg lagen. Ein Ast hat mir so doll das Schienbein aufgeschlitzt, dass ich im ersten Moment dachte, der Trail sei zuende. Memme. Die Wunde hat sich von alleine geschlossen, nachdem ich ein wenig mit Alkohol Pads gereinigt habe.

Ich bin schrecklich langsam voran gekommen – vielleicht 1.5mph (normal sind 3mph, auf der Straße erreiche ich Spitzengeschwindigkeiten von 4mph). Ab 9.500ft fingen die Schneefelder so langsam an, ab 10.000ft war kein Trail (der sogar eine breite Forststrasse war) mehr zu erkennen.

Alle paar Minuten musste ich mir einen Fixpunkt suchen, in die Richtung laufen und dann wieder nachschauen ob ich noch auf dem Trail war. Ein paarmal war der Weg sehr offensichtlich – da habe ich nicht nachgeschaut und bin natürlich in die falsche Richtung gelaufen. Anstrengend, wenn man bei jedem Schritt bergauf im Schnee einsinkt – schlimmer als tiefer Sand.

Bei dem lästigen Schneepack muss man sich echt fragen, ob man das 150 Meilen in den San Juans laufen möchte. Wenn der Schnee erstmal richtig weich ist, rutscht man auch mit Steigeisen. Zudem verletzen sich immer mehr Menschen in den San Juans, gestern wurden zwei mit Heli‘s ausgeflogen, viele andere kehren um. Zudem hat einer eine Lawine abgehen sehen – es liegt halt noch sehr viel Schnee. Und wo andere bis zum Knie einsinken, steck ich bis zur Hüfte im Schnee. Nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr für die San Juans, im Spätsommer wenn der Schnee weg ist.

Vom höchsten Punkt konnte ich in der Ferne die nördlichen Berge Colorados erkennen. Um 10 Uhr hatte ich erst 7 Meilen geschafft.

Zum Glück lag der Trail bergab südöstlich, so dass es viel schneller voran ging. Um 11:30am bin ich dann nach unendlich viel gerutsche und postholing am Battle Pass angekommen – dies ist das Ende meines Ausflugs nach Wyoming.

Jay und ich sind nach Encampment gefahren, um etwas zu essen bevor wir uns Motel fuhren. Ich musste bei den Fotos ohne Sonnenbrille leider feststellen, dass ich wie ein negativer Pandabär aussehe – dunkles Gesicht mit weißen Ringen um die Augen 🐼 Wehe mich lacht irgendwer in Deutschland dafür aus, wenn ich zurück komme.

Das Motel war verlassen. Trotz des Open Signs war niemand dort, kein Gast, kein Auto. Am Telefon antwortete niemand und nach 1.5 h hatte auch noch niemand zurückgerufen. Es gab keine Check in Zeit, wir sollten einfach anrufen – komisch. Nach 2h warten sind wir dann gen Süden losgefahren und haben dem Motel eine weitere Voicemail hinterlassen – hoffe die belasten meine Kreditkarte nicht.

Jetzt sind wir schon in Colorado und bleiben heute Nacht dann halt in Dillon, wo auch der REI ist.


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