Frozen 🥶 – Tag 36: CDT 645 – 670

Das war eine kalte Nacht! Trotz Puffy musste ich mich sehr zusammenrollen um warm zu bleiben. Mein Wasser war leicht vereist – die Schuhe stocksteif gefroren. Ich bin fast nicht in die Schuhe reingekommen, musste ordentlich das Eis in den Schuhwänden biegen. In den Schuhen drin war es auch nicht besser: in vereisten Schuhen laufen macht keinen Spaß und war recht schmerzhaft. Ein hoch auf die liebe Sonne, die mich nach und nach aufgetaut hat.

Der Trail ging heute überwiegend durch den Wald. Ganz früh habe ich eine Gruppe Elks gesehen (größer als Reh, kleiner als Elch) – die haben friedlich gegrast. Weiter ging es durch strahlend grüne Birkenwälder.

Als es wieder bergab ging, konnte ich in der Ferne die San Juan Mountains sehen – noch ganz schön zugeschneit.

Bei meiner Mittagspause habe ich Stinger und Riverdance wieder getroffen. Als ich denen erzählte, dass Ih-Ah von Jay am Samstag vom Trail gerettet wurde, da sie Giardia hatte, waren die beiden verwundert. Ih-Ah hatte die beiden am Samstag aus Albuquerque angerufen, als sie beim REI shoppen war. Würde mich nicht wundern, wenn da auch gleich die Hasch-Vorräte aufgefüllt wurden. Ziemlich frech, sich wegen sowas vom Trail abholen zu lassen. Wir hatten uns schon gewundert, dass sie gar nicht beim Arzt abgesetzt werden wollte… ich verstehe diese Menschen nicht. Egal.

Als ich weiter laufen wollte, blockiere plötzlich der bulligste Bulle den ich jemals gesehen habe den Trail. Achherrje, „lieber Bulle, nicht erschrecken, aber ich muss hier lang!“ die Kühe rennen dann meistens hysterisch davon – den Bullen interessiert sowas nicht. Irgendwann bin ich dann durchs Gestrüpp geklettert um an dem Bullen vorbei zu kommen- hat ihn auch nicht interessiert – zum Glück.

Als es wieder bergab ging. War die nähere Landschaft dann eher wieder wüstenartig mit Tafelbergen, die Gesteinsschichten in allen Farben hatten.

Hier ging es dann am späten Nachmittag nochmal steil bergauf – zum Glück war diesmal die Entfernung richtig angegeben, alle Switchbacks waren erfasst.

Bevor es runter zum Campspot für heute ging, habe ich mal wieder mein Wasser bei meinen Kuhfreunden aufgefüllt. Diesmal waren es alles liebe Kühe mit neugierigen Kälbern.

Lt. Guthooks soll es hier neben dem Bach etliche tolle Campspots geben. Ich weiß nicht, was die Leute sehen: Es gibt kaum eine flache Stelle und man ist überall viel zu nah am Bach und am Trail. Nicht so toll, aber lt. Karte geht es die nächsten Meilen auch so weiter.

Jetzt fallen mir fast die Augen zu – gestern bei der Kälte hab ich nicht so gut geschlafen. Heute Nacht gibt es eine Mondfinsternis – die werde ich wohl verschlafen 😴

Noch 70 Meilen bis zum Highway 64 – wenn die Blasen an meinen Fersen das mit machen, sollte ich das in 3 Tagen schaffen. Ich weiß echt nicht mehr, was ich gegen die Blasen tun soll – ankleben hilft nichts, und die Sohlen mit tape festkleben funktioniert auch nicht.


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