Im Lavameer – Tag 110: Meile 1975 – 1984

Gestern bin ich zum ersten Mal nicht dazu gekommen, meinem Eintrag zu schreiben. Die Städte lenken einen zu sehr vom Hike ab 😃

Morgens bin ich spät gestartet – ich wollte gegen 10 Uhr am Highway 242 sein – dort bekommt man angeblich recht leicht eine Mitfahrgelegenheit, da dort ein Observatory in der Lava steht. Grade als ich loslief, kam eine andere Hikerin vorbei – Miss Fit. Es stellte sich heraus, dass sie auch nach Bend wollte – perfekt dann muss ich nicht alleine hitchen. Aber es kam noch besser: Ein Freund holt sie um 10:30am an der Straße ab. Und kann mich mitnehmen. So gut! Die Strecke ist der längste und komplizierteste Hitch bisher.

Langsam führte der Trail um die Schwestern herum und man konnte den großen Gletscher sehen, der die gestrige Wasserquelle gespeist hat. Die drei Schwestern haben übrigens Namen: Charity (Nächstenliebe), Hope (Hoffnung) und Faith (Glauben).

So schön die Lava auch ist – zum wandern ist es brutal für Knie, Sprunggelenke und die armen Schuhe. Meine relativ neuen Schuhe haben schon fast kein Profil mehr, die werden von dem scharfen Vulkangestein glatt geschliffen.

In der Ferne sieht man schon wieder den nächsten eigenartigen Berg – sieht aus wie der Kapuzenberg Mt Hood – aber der ist eigentlich noch zu weit entfernt…

Bei der Pause an einem kleinen See hüpfte ein kleiner Vogel ganz in der Nähe herum – der sah fast aus wie ein Pinguin, ein fliegender.

Nach dem See wurde es erneut vulkanig – das hat keinen Spaß gemacht. Coppertone war ganz in der Nähe aber leider erst nach dem Highway, und ich wollte die Mitfahrgelegenheit nicht verpassen.

Der Highway war sehr ruhig – das wäre wirklich ein schwieriger Hitch gewesen. Stattdessen wurden wir mit Soda und Donuts begrüßt. Auf dem Weg nach Bend stoppten wir in einem Restaurant, das gleichzeitig ein Schlachter ist und richtig frisches, ungenmodifiziertes Fleisch von Kühen verkauft, die ganz glücklich gestorben sind. Das schmeckt man. Und zu der Obsidian Gegend durch die ich am Vortag lief gibt es sogar das passende Bier 🍺

Im Motel konnte ich wieder schon mittags einchecken, dann folgte das übliche Dusche, Laundry, Resupply Programm – nur dass der Supermarkt mal wieder kaum noch Hikerfood hatte. Wir nehmen überhand.

Abends habe ich mich mit Falko getroffen – den habe ich schon seit über 1500 Meilen nicht mehr gesehen, zuletzt in BigBear! Und fast nicht erkannt – die Männer werden hier immer bärtiger, da muss man schonmal zweimal hinschauen wer sich hinter dem Bart verbirgt. Schon lustig wenn man so zurück blickt und sieht was für Hikerbabies wir damals noch gewesen sind 😃 Die Biere sind übrigens nur jeweils 0,1ml – sonst wäre das mit sechs Gläsern pro Person vielleicht etwas exzessiv gewesen 😉


Ein Gedanke zu “Im Lavameer – Tag 110: Meile 1975 – 1984

  1. Nach Mt. Washington und 3-fingered Jack kommt erstmal Mt. Jefferson. Mount Hood sieht man erst danach richtig gut. 😉 Tolle Berichte, ist spannend Dir zu folgen. Hike on!

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