Slow-Motion – Tag 64: Meile 972 – 995

Als ich heute morgen aufgewacht bin, stand der Mond noch hoch ĂŒber dem Benson Lake – aber es war schon halb 6 Uhr morgens – also Zeit, zusammen zu packen.

Den ersten Abschnitt bin ich heute mit Alex gelaufen – wir sind uns schon öfters begegnet – am See war er sehr lange da er Probleme mit dem Schienbein hat. Direkt neben uns am Trail war wieder ein Reh – und hat sich nicht um uns gekĂŒmmert. Wahrscheinlich machen wir keinen gefĂ€hrlichen Eindruck 😃

SpĂ€ter haben wir den One Step getroffen – habe ihn nicht wieder erkannt – er ist ein EnglĂ€nder der mit mir gestartet ist. Mittlerweile habe ich also fast alle aus meiner Startgruppe eingeholt – nur Loik und Steven sind voraus – aber die sind auch unerreichbar schnell.

Ich und Steady kommen heute mal gar nicht voran. Um 13h hatten wir grade mal die 10 Meilen geschafft. Es geht heute immer wieder bergab und bergauf – aber das war in der WĂŒste ja auch so. Teilweise habe ich das GefĂŒhl, durch einen botanischen Garten zu laufen – so viele Blumen blĂŒhen hier grade. Ich mache eine Pause nach der anderen. Jetzt warte ich grade wieder. Wir wollen mal ausprobieren, wie schnell ich 30 Minuten RĂŒckstand aufholen kann 😃

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Ne halbe Stunde spĂ€ter los, nach 80 Minuten die anderen eingeholt- kann man sich ja ausrechnen wie schnell ich war – ziemlich schnell. Ich bin aber happy – wir haben heute doch noch einen großen Tag gemacht – Steady lief mit Straight Mike und Emily, ich durfte VorlĂ€ufen und nach einer Campmöglichkeit fĂŒr uns vier Ausschau halten.

Katastrophal! Auf 6 Meilen gab es nur eine riesengroße, sumpfige Lichtung mit BĂ€chen. Das Königreich der Moskitos. Zwischendurch hĂ€tte ich gerne geweint und wĂ€re nach Hause gefahren, ĂŒber Stunden haben die mich belĂ€stigt. EingehĂŒllt in Regenjacke und -Hose, Moskitonetz ĂŒber den Kopf ging es dann weiter. Ich bin die BerghĂ€nge hochgeklettert in der Hoffnung eine flache, freie FlĂ€che zu finden aber vergeblich. Irgendwann auf einer kleinen Anhöhe hab ich dann endlich nen Platz fĂŒr zwei Zelte gefunden – die anderen Zelten Kreuz und Quer.

Abends im Zelt zu liegen ist schon ein großer Luxus. Es ist warm, trocken, windgeschĂŒtzt und die Blutsauger kommen nicht herein.


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