In der Rauchwolke – Tag 60: Meile 906 – 920

Dieses Mal ist es mir sehr schwer gefallen, die Stadt wieder zu verlassen – es war zu paradiesisch. Steady ging es wohl Ă€hnlich – wir sind erst etwas spĂ€ter frĂŒhstĂŒcken gegangen und haben uns dann noch eine Weile mit Kathalin und ihrem Freund unterhalten, die wir wiedergetroffen haben.

Anschließend mussten wir noch zur Post – Meine Eisaxt und meine Spikes hab ich verschickt, somit ist mein Rucksack jetzt bestimmt 350g leichter. Ich musste in der Post noch ein wenig basteln, zwei Kartons mussten zusammen gesteckt werden damit die Eisaxt reinpasste.

Im Bus zurĂŒck zum Trail haben wir Saltmine wiedergetroffen- den haben wir zuletzt beim KOA in Acton getroffen, das ist jetzt schon sicher bald nen Monat her.

Je nĂ€her wir dem Trail kamen, je dichter wurde der Rauch des Feuers – aber der Trail ist ja nicht gesperrt. Bei Red‘s Meadow haben wir noch schnell unsere Pizzareste vom Vortag verputzt – da kommt einer auf mich zu und sagt der kennt mich. Hab den noch nie gesehen. Als Pothole stellt er sich vor. Pothole kenn ich – aber der Junge sieht ganz anders aus – 2 Monate auf dem Trail, und schon erkennt man die Leute nicht wieder…

Beim Wandern hatte ich heute ziemliche Probleme, der Rauch war recht dicht, so dass ich Kopfschmerzen bekam und zwischenzeitlich war mir echt schwindelig- besonders praktisch, wenn man mal wieder auf einem Baumstamm balancieren muss. Aber Steady hat mich beruhigt: Schwindel ist erst das erste Stadium einer Rauchvergiftung.

Mit jeder Meile haben wir uns weiter vom Feuer entfernt, so langsam konnte man gut sehen, wo die klare Luft anfing.

Als die Luft rein war, kehrten auch meine Lebensgeister zurĂŒck und ich bin mit Volldampf den Anstieg hochgelaufen, bis zu unserem geplanten Zeltplatz. Dort standen bereits ein paar Zelte, ich schau mich nach einer Zeltmöglichkeit fĂŒr uns um….“Tina?!? Is it you?“ Da steht einer der beiden Franzosen vor mir, mit denen ich in den ersten drei Tagen vor meinem Ausfall gestartet und gelaufen bin!

HĂ€tte nie gedacht, dass ich den nochmal wieder sehe – und er sagte, dass die ganze Gruppe sich oft gefragt hat, ob ich noch auf dem Trail bin. Richtig gut, jetzt haben wir die schnellen Leute bald aufgeholt!

Beim allerschönsten Sonnenuntergang saßen wir dann zu dritt zusammen und haben unsere Köstlichkeiten gekocht. Alles hat aber seinen Preis – die schöne Aussicht wurde etwas durch die 50 MĂŒcken gestört – die mich Dank Insektenschutz nicht stechen konnten, aber trotzdem gerne in Auge, Nase, Mund fliegen wollten.

So war es heute wieder ein Auf- und Ab: erst der Rauchtiefpunkt, dann das unerwartete Wiedersehen. Jetzt liege ich im moskitosicheren Zelt wÀhrend auf der einen Seite die Sonne untergeht (meine Vermutung: Westen) und der Mond auf der anderen Seite aufgeht.


Ein Gedanke zu “In der Rauchwolke – Tag 60: Meile 906 – 920

  1. Hallo Tina
    Schön deinen Blog zu lesen und so an deinem Abenteuer teilzuhaben. Letztes Jahr hat es hier auch gebrannt und wir liefen in einer Rauchwolke. Ich wĂŒnsche dir noch eine schöne Wanderung mit vielen tollen Erlebnissen.
    Dr. Fly, PCT Class 2017

    GefÀllt mir

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