Pinchot Pass (3.699m) – Tag 53: Meile 794 – 812

Nachdem der Glen Pass gestern Abend noch so gut begehbar war, haben wir uns für heute den 13 Meilen entfernten Pinchot Pass auf 12.000ft vorgenommen.

Normalerweise liebe ich die Morgenstunden – aber heute war es bitterkalt. Zudem sind meine Schuhe, die noch feucht waren von der Flussüberquerung, heute Nacht gefroren. Klar, die Seen im Morgengrauen waren wunderschön – aber meine Beine und Füße waren so kalt, dass ich nur ganz langsam laufen konnte.

Aber wie es so ist – wenn Du glaubst es geht nicht mehr, kommt eine eiskalte, tiefe Flussdurchquerung daher. Alternativ hätte ich auch die gefrosteten Baumstämme nehmen können – aber dort war das Wasser sehr tief, im Falle eines Sturzes hätte mir das Wasser bis zum Hals gestanden.

Um 8 Uhr kam endlich die Sonne raus! Mit der Sonne stiegen auch meine Laune und mein Tempo erheblich an. Kurz vor einer Hängebrücke habe ich Hardtime, mit dem wir gestern ein wenig gelaufen sind, wiedergetroffen. „Achja Pocket Rocket, Pass auf wenn Du die Brücke überquerst – in der Mitte hat sich eine Schraube gelöst und es gibt ein Loch in der Brücke“ 😱 Wackelige, hohe Hängebrücke mit Löchern – na super. Aber es nützt ja alles nichts, also Augen auf (damit man nicht durchs Loch fällt) und voran!

Kurz nach der Brücke habe ich übrigens die Meile 800 passiert – ca. 1.300km.

Dann hab ich auch endlich Steady eingeholt – die ältere Dame, wie sie heute von Hardtime bezeichnet wurde, war heute nämlich flott unterwegs. Für Ihre 40 Jahre oder so 🤔

Vorbei an rauschenden Flüssen und grünen Wäldern stiegen wir insgesamt über 1.000m auf – und trafen dort auf ein paar Schneefelder. Diese konnten wir aber ohne jegliche Pro überqueren – sogar der Schnee hat noch gut getragen.

Im Zickzack ging es dann hoch auf den Pass, von dem aus wir wieder eine phantastische Aussicht auf die Täler mit ihren Seen hatten.

Der Abstieg war zum Glück such sehr einfach – es gab kaum Schnee, und wenn doch, da konnten wir einfach übers Geröll laufen.

Der Weg hinab führte an ein paar tiefblauen Seen vorbei, die in der Sonne glitzerten – außer uns waren nur Simple und Hardtime auf dem Trail unterwegs – den ganzen Tag haben wir keine anderen Leute gesehen.

Beim See wurde mir dann aber plötzlich hinterher gepfiffen – wer ist das denn… oh nur ein kleines pummeliges Murmeltier 😄

Bevor wir für heute Feierabend hatten, mussten wir noch einen großen, reißenden Fluss überqueren- hier ist im vergangenen Jahr eine Koreanerin beim überqueren tödlich verunglückt. Letztes Jahr war ein Schneechaos, ein Ausnahmezustand. Trotzdem sind wir vorsichtig rüber – zuerst die große Steady, und ich bin dann hinterher getrippelt.

Kurz vor unserem Tagesziel knackte es im Gebüsch… ein B-B-Bääär???? Achne, nur ein weiteres Reh, Glück gehabt.

Bei einer Zeltmöglichkeit haben wir Simple wiedergetroffen – er hatte schon ein kleines Feuer amGang, um die Mücken zu verscheuchen-perfekt! So haben wir alle gemütlich vor dem Lagerfeuer gegessen und uns aufgewärmt.

Es ist gleich 21h – so langsam wird es dunkel – und ich liege wieder in meinem warmen Schlafsack und seh so langsam die Sterne über mir aufgehen 💤✨


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