Tag 2: Lake Morena bis Mt Laguna (Meile 20-41.5)

Heute bin ich schon wieder um 4 Uhr aufgewacht – naja immerhin 8 Stunden Schlaf, das muss reichen. Hab dann gemütlich im Zelt meinen Frühstücksdrink zu mir genommen – Proteinpulver, Milchpulver und Choclate Breakfast Essentials, mmh. Um sechs habe ich angefangen, mein eingefrorenes Zelt abzubauen – mein Schlafsack scheint was zu taugen, hatte den nichtmal richtig zu und trotzdem war mir warm.

Als ich um 6:30am losgelaufen bin, waren die meisten noch am Schlafen. Ich würde heute gerne die 22 Meilen nach Mt Laguna schaffen. Da ich meinen Füßen aber längere Pausen gönnen möchte, bin ich lieber schonmal eher los gelaufen.

Jetzt ist es 12:30, und bisher hat mich erst einer überholt, sonst wär ich alleine unterwegs. Mein Zelt liegt aus zum auftauen/ trocknen und ich muss leider erstmal zwei Blasen an meinen kleinen Zehen verarzten. Die Zeltunterlage, das Sitzkissen und die FlipFlops sind übrigens goldwert – mittags kann ich mich hinlegen und etwas dösen, meine Schuhe können trocknen und die Füße kriegen Luft.

————

Später kamen noch zwei Amis zu meinem Mittagsplatz – der eine hat mir sogar einen Liter Wasser geschenkt, damit ich mir den Umweg zur Quelle sparen konnte. Dann ging es weiter, vorbei an Schildern die ungeplante Militärübungen in der Nähe das Trails ankündigen… würde aber nicht erlegt.

Hab auch wieder drei kleine Schlangen gesehen, aber eine Klappi war bisher noch nicht dabei. Gut so. Dann gibt hier kleine Stacheleidechsen. Die sind so gut getarnt, dass die nicht davon rennen, die setzten halt alles auf eine Karte. Ich hatte aber grade noch genug essen dabei… obwohl… meine Tortillas waren ja bereits an Tag 1 verschimmelt… sind aber echt schwer zu sehen die Viecher!

Meilen später hat mich bis auf den Ukuele-Typen immer noch keiner überholt – dabei war ich langsam mit 2.5 Meilen pro Stunde unterwegs und hab jede Stunde 10 Min Pause gemacht, um die Füße zu entspannen.

5 Meilen vor Mt. Laguna hab ich dann den Ukuele Typen getroffen, der war super schnell gewesen, wollte aber nicht mehr ganz nach Mt Laguna reinlaufen. Ohje… übertreibe ich vielleicht doch, wenn ich die einzige bin, die beide Tage 20 Meilen läuft? Egal, ich hätte nicht genug Wasser um vorher zu Zelten, meine Beine waren noch stark, der Rucksack so leicht dass ich Angst hatte, irgendwas liegengelassen zu haben. Und die Füße waren viel weniger schmerzhaft als in den Rockies oder Südamerika.

Ich hab ca. 2000€ für Ausrüstung ausgegeben, die beste Investition meines Lebens! Wie hab ich mich in Kanada die Steigungen hochgequält, jeder Schritt eine Tortur. Heute merke ich kaum, dass ich einen Rucksack trage. Mit Wasser hatte ich heute max. 9-10kg.

Die letzten Meilen sind aber immer lang, auch mit der besten Ausrüstung. Aber manchmal belohnt einen auch der Trail: Von der steppenartigen Landschaft stieg ich ab in einen Pinienwald. Es gibt nichts das besser riecht als Nadelwälder. Es war schattig, friedlich, voller Singvögel und erinnerte mich sehr an die ersten Wanderungen 2011 in Kalifornien- damals als das alles begann.

So flogen Tagesmeile 21 und 22 vorbei und ich errichte den Mt Laguna Campground. 8 Leute teilen sich einen Campspot, hatte Glück und wurde von anderen Wanderern, die 1-2 Tage vor mir gestartet sind aufgenommen. Kaum hatte ich mein Zelt aufgebaut, wollten die anderen ins Restaurant essen gehen. Ich auch! Dusche? Egal. Nachdem ich aufgrund des Tortilla-Schimmelproblemes nur Snacks gegessen hatte, war ich sehr glücklich als mein Bürger vor mir stand. Und ein Bier. Das war notwendig denn ich war noch immer total hyper vom Wandern. Tina ist ja eigentlich ein gewöhnlicher Name, auch in den USA. Hier verstehen die aber immer Deena oder Dina. Mir egal, Hauptsache ich bekomm mein Essen.

Später kamen dann doch noch zwei aus meiner Gruppe an, Steven aus London der mit mir am Flughafen abgeholt wurde und meine Schlangenfreundin, die mit mir gestern vor der großen Schlange gewartet hatte, bis die sich weg bewegt hat und wir passieren konnten.

Morgen hab ich einen späten Start, der Supermarkt öffnet erst um 9 aber ich brauch unbedingt Essen. Will aber die nächsten Tage eh nur 2x 15 Meilen laufen, damit mein Körper nicht irgendwann den Geist aufgibt. Ist gut zu wissen, dass ich 20er problemlos schaffe, muss aber aufpassen dass ich mir die Füße damit nicht zerstöre. Am Dienstag zwinge ich mich dann zum kurzen Tag, 7 Meilen und hitch dann gegen Mittag nach Julian, wo ich essen kaufe und eine Nacht in einem Bett schlafen werde. Es ist nicht einfach mich zu drosseln.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s