Was machst Du da? – Dinge, die nur (potentielle) Thru-Hiker verstehen

Jeden Tag, den die Planung voranschreitet, werde ich besessener von der Ausrüstung. Meine Ausrüstung ist mein zu Hause, was mich am Leben erhält. Allerdings muss ich ja 5 Monate alles überlebenswichtige auf dem Rücken tragen.

Nicht mehr als 20% des Körpergewichtes sagt man. Je nach Sommer oder Winter also 10-12kg. Davon sind durchschnittlich 2kg Wasser, 5kg Essen. Bleiben also noch 5kg für die Ausrüstung.

Insgesamt musste ich für 80 Gegenstände entscheiden, ob ich sie mitnehmen möchte und wenn ja in welcher Ausführung, welche Funktionen, welche Qualität, welches Gewicht und ganz wichtig: welche Farbe.

Allerdings muss man bei der Equipmentsuche aufpassen. Als ich bei Amazon nach „Dirty Girl“ gesucht habe wurden mir keine Gamaschen angezeigt 🤦🏼‍♀️

Jetzt fünf Monate später bin ich ein theoretischer Experte. Seife ist aus der Packlisten rausgeflogen. Genau wie Campschuhe. Genau wie der Sonnenschirm. Genau wie Wechsel- Shirts. Genau wie die Regenhose.

Wie der Kocher? Was isst du dann?Ich koche ja schon nicht in Hamburg – da werde ich in den Bergen auch nicht damit anfangen.

„Warum lässt Du die Nudeln mit kaltem Wasser in der Küche stehen????“ Was sich im ersten Moment eklig anhört: Instant-Nudel- Packete von Knorr o.ä. mit kaltem Wasser aufgießen und ne halbe Stunde warten bis es durchgesuppt ist. Nicht lecker. Aber das sind die Tüten aufgewärmt ja auch nicht.

„Und warum wiegst Du das Klopapier?“ Das wiegt viel! Eine reguläre Rolle 134g! Wenn man die innere Pappe entfernt, sind es nur noch 129g, 5 Gramm gespart!

Es sind die kleinen Dinge… Waschzettel abschneiden, Überlange Gurte kürzen… keine Kosmetikartikel. Nur dem Stiel meiner Zahnbürste habe ich (noch) nicht abgesägt. Hab aber auch eine ultraleichte Zahnbürste aus Bambus.

Letztendlich werde ich nichtmal eine ganze 129g Rolle Klopapier mitnehmen. Für die Pinkelpausen gibt es nämlich Pee-Rags. Ein Tuch, dass man nach der Benutzung außen am Rucksack trocknet. Und das UV Licht der Sonne tötet mögliche Keime. Yikes.

„Du schläfst heute auf dem Balkon?“ Ja, klar: natürlich um meinen neuen ultraleichten Daunenschlafsack mal außerhalb der Komfort-Temperatur zu testen. Schlafsack hat bestanden, meine nagelneue Luftmatratze die wie eine Prinzessin behutsam auf den gefegten, mit Pappe und Schaumstoffunterlage versehen Balkon ausgelegt wurde, ist nicht ganz nicht. Der Shop hat mir aber einen Umtausch in den nächsten zwei Wochen versprochen…

Zum Glück gibt es viele andere, die sich auch mit diesen nicht alltäglichen Problemen beschäftigen. Facebook sei dank kann man mit Leuten über die echten Themen sprechen (Was zieht man an wenn man die Klamotten wäscht? Ne Mülltüte oder das Zelt!). Eine schöne Abwechslung zu den Standard- Angst- Fragen.

Das Schlimmste ist jetzt noch das warten. Während alle schon auf dem Trail unterwegs sind bin ich noch hier. Und die Zeit steht still! Einen Vorteil hat es allerdings, am 24. zu fliegen: Der Countdown kann mittels Adventskalender getrackt werden 😊


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