Huayna Potosi 🏔(6.088m)

Ein neuer Tag, ein neuer Gipfel! Huayna wird hier in La Paz als der einfachste 6000er angepriesen, jeder Hans und Franz besteigt hier den Gipfel. Aber ein Kinderspiel ist er nicht.


Von unserer Hütte aus sind wir erst recht spät gestartet, um die ganzen Tour Agency Ausflügler zu vermeiden. Den Gletscher hatten wir so für uns ganz alleine – von den Umkehrern abgesehen, die vor dem Gipfel umgedreht sind.


Mein Kletterfreund Soon ist zum Glück weitestgehend den Fängen der Höhenkrankheit entkommen, so ging dann nach und nach, step by step, poco a poco hoch zum Gipfel. 


Wir hatten Vollmond, daher war es gar nicht so dunkel auf dem Berg…aber kalt! Ich war so froh, als es Zeit für Mondunter- und Sonnenaufgang war. Sonnenaufgänge sind ja immer schön…aber nach Stunden in der Dunkelheit in der kalten Nacht gibt es nichts schöneres.



Bis dahin sind wir nur mit leichter Steigung hochgekraxelt. Dann sagt und Roberto, es ist einfacher über den Grat zum Gipfel zu gehen. Ich hab ja noch immer etwas schlotterige Knie wenn ich an den Condoriri-Grat denk…aber Huayna klettert ja jeder, kann ja so schlimm nicht sein. Doch. Extrem schmal, extrem steil. Zum Glück mit festem Schnee…aber nur 1-2 Fußbreit. Don’t look down hör ich ja immer vor dem Wandern…hier unmöglich.


Vom Gipfel aus konnte man quasi ganz Bolivien überblicken – vom Titicacasee bis nach La Paz, von der Condoriri-Gruppe bis zum Sajama Vulkan der an der Grenze zu Chile liegt. Im Norden war nur ein Wolkenmeer zu sehen – darunter versteckt sich der Dschungel.


Um wieder auf den Erdboden zurückzukommen mussten wir nochmal den Grat entlang laufen…diesmal hinab…hab ja etwas darüber gelesen, wie man die Höhenangst bekämpft. Eine sachliche Analyse der Situation ist vorzunehmen…das hilft vielleicht gegen Flugangst oder vor Angst aus Fenstern in hohen Gebäuden zu schauen. Meine sachliche Analyse hat ergeben, dass ein falscher Schritt fatal sein könnte – nicht grade sehr beruhigend. Natürlich hatte unser Guide uns an der Leine – und wenn ich es einem Menschen zutraue, uns zu halten, dann Roberto! Aber der Gedanke meinen Sturz zu halten erscheint mir immer noch etwas übermenschlich. Natürlich ist alles gut gegangen – schließlich stolpere ich ja nicht durch mein Leben. 


Etwas traurig ist allerdings, dass wir auf den nächsten Berg mit einem anderen Guide fahren – unser Guide muss fußbedingt pausieren – grade jetzt, wo ich so gut vertrauen konnte. Der neue Guide wird sicherlich auch wissen, was er tut – aber so Vertrauen gibt’s ja nicht von jetzt auf gleich…hab ja aber 2 Tage bevor es auf den nächsten Gipfel geht…


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