Garifuna Village

Gestern Abend bin ich noch etwas mit der brabbelnden HollĂ€nderin durch die Stadt gelaufen. Wir haben uns etwas gewundert, wo denn die ganzen Garifuna Menschen sind – so hat der Lonely Planet Livingston doch als sehr karibischen Ort beschrieben – gesehen hat man die allerdings kaum.


Als Holland ein paar Fotos von den Schildkrötenpanzern gemacht hat, hielt plötzlich neben mir ein Schwarzer an und sagte, dass meine Freundin auf keinem Fall die Panzer kaufen soll – Klaro, sowas machen wir natĂŒrlich nicht. Er sprach sehr gut English und als ich erzĂ€hlt habe dass ich aus Deutschland komme fing er an zu erzĂ€hlen, von Freiburg und dem schönen Heidelberg,  von seinen Freunden Gabi und Rolf und GĂŒnther. Die hat er 2004 nach dem schweren Hurrikan kennengelernt, als er von seinem Dorf aus Vertreter ausgewĂ€hlt und von den Hilfsorganisationen gesponsert nach Deutschland reiste.“Habt ihr schon die Garifuna Siedlung gesehen?“ fragte er. Hatten wir ja nicht, haben uns ja ĂŒber die Überzahl an Mayas gewundert. Also sind wir dem schwarzen Mann mit der ZahnlĂŒcke und seinem Fahrrad in die Siedlung gefolgt. 


Die Siedlung ist auch heute noch nicht wieder komplett aufgebaut, die Schulen stocken mitten im Bau. Was aus den Hilfsmittel fĂŒr den Schulbau geschehen ist konnten wir nicht so wirklich rausbekommen. Eine Garifuna Schule gibt es nicht und die Maya Schule ist auf Spanish, Katholisch und zu teuer fĂŒr die meisten Familien, die schon Probleme haben die Kinder zu fĂŒttern.


Wenn die Garifunas auf diese Schule gehen wĂŒrden, ginge die ganze Kultur verloren sagte uns Philip (Like Philip Lahm!)…aber so ganz ohne Schule ist ja auch nicht so gut.


Den ganzen Kommerz mit den Touristen machen nur die Mayas, sagt Philip…ins Garifuna Dorf verirren sich keine Touristen. Warum nicht? Die meisten Touristen kommen ja grade nach Livingston wegen des „Karibikfeelings“ … die Touris gehen lieber in die Maya Siedlung…aber in der Garifuna Siedlung gibt es halt auch keine UnterkĂŒnfte und die Restaurants sind sehr versteckt. 


Vor dem BĂŒrgerkrieg in Guatemala war Livingston fast nur von Garifunas besiedelt – wĂ€hrend des Krieges sind viele Mayas in de abgelegenen Ort geflohen und haben nach und nach die Karibikmenschen verdrĂ€ngt – deren Minderheit so klein ist das sie in der Politik nicht vertreten wird.


Als es dunkel wird gehen die HollĂ€nderin und ich mit etwas gemischten GefĂŒhlen zu unserem Hostel auf der Mayaseite zurĂŒck.Stimmt das alles was wir gehört haben? Vieles wird nach etwas Googeln bestĂ€tigt – aber einige Fragen bleiben offen.


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