Trinidad Valley

Sonne! Nachdem ich zum Klopfen der Regentropfen eingeschlafen bin, wurde ich heute morgen von der Sonne geweckt worden, die auf mein Zelt schien. Nun konnte ich das Cochamo Tal zum ersten Mal richtig sehen – das war ungefähr so schön, als wenn man zum ersten Mal den Tunnel View im Yosemite hat. Der Campingplatz ist eine große Wiese, auf der drei Pferde grasen. 10-20 Zelte sind über das Feld zerstreut, so dass man schön viel Abstand zum Nachbarn hat.
Habe dann erstmal in der Sonne am Fluß gefrühstückt; Müsli mit Milchpulver, wünschte mir echt das Pulver wäre in Deutschland leichter zu beschaffen, super praktisch. Aufgrund der mangelnden Vorbereitung wußte ich nichtmal, welche Trails es hier so gibt. Zum Glück ist der Camping-Heini sehr nett und kennt sich hier richtig gut aus. Zudem sind die Wege hier auch kaum zu verfehlen.
Heute bin ich dann ins Trinidad Valley gelaufen, zumindest nenne ich es so, es gibt ja keine Karten. Zwei Stunden lang ging es erst bergauf durch den Wald. Der Weg war teilweise wieder so matschig, dass ich mir Schneeschuhe gewünscht hätte. Zudem musste ich soo viele Flüsse und Stellen über schmale, glitschige, wackelige Baumstämme überqueren. Das letzte Mal, dass ich auf dem Schwebebalken geturnt hab, ist echt schon verdammt lange her 😉 Aber wenn am Ende des Baumstammes eine orange Schleife hängt, die den Weg weist, dann ist man wohl auf dem richtigen Weg. Wäre schön, wenn es solche schleifen auch im Leben geben würde, die einem Zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist…
Trinidad heißt das Tal übrigens, da es unter dem Trinidad Gipfel liegt, und der heißt wiederum so, weil er drei Gipfel hat. Auf dem Weg zur Steilwand des Trinidads habe ich noch die beiden Kletterer getroffen, die mir den ganzen Trip erst eingebrockt haben, als sie mir die Fotos gezeigt haben (als ich nen Tag vorher auf der Jeeptour war, haben wir die beiden auf ner kurzen Wanderung getroffen und ich hab denen mein Powerpack geliehen, damit sie Fotos tauschen können). Haben wenigstens gelacht, dass ich wirklich gleich am nächsten Tag los bin 😬
Als ich dann nach viel gekraxel, Entfernung von zwei Blutegel und einem nassen Fuß im Tal angekommen bin, war es wieder wunderschön – was haben die Menschen mit Yosemite nur gemacht…hier ist das Tal noch wild mit Bäumen und Sümpfen, nur wenige verirren sich dorthin – wahrscheinlich weil der Weg so beschwerlich ist. Unterwegs habe ich noch ein paar nette Chilenen getroffen, besonders die jüngeren sprechen hier ausgezeichnetes Englisch und einige wollten sich unbedingt auf Deutsch mit mir unterhalten. Am Ende des Tals ist eine kleine Lagune, dort hab ich erstmal Mittagspause gemacht. Man hätte auch noch weiter hoch auf einen Pass gehen können… aber ich musste den Fuß erstmal ins Eiskalte Wasser tauchen, die schlechten Wege hier sind schon ein gutes Training. 

Zurück am Campground schien immer noch die Sonne…brrrr hab dann erstmal kurz im eiskalten gebadet um den Schlamm von den Beinen abzubekommen. Auch wenn der Zeltplatz riesig ist, hat es die lauteste Gruppe inkl. Musil doch geschafft, die Zelte genau neben mir auszuschlagen. Zum Glück wird es jetzt nach Sonnenuntergang sehr kalt – muss mich gleich auch ins Zelt verkriechen. Hatte heute ein köstliches Dinner: Couscous gemixt mit Instant-Maissuppe und Rosinen und Kräuterdressing. Ich werde noch zum Sternekoch.
Hihi heute Nachmittag schwirrten noch etliche Mini-Bienchen um mein Zelt herum – das gelbe Innenzelt mit dem grünen Aussenzelt hat die offensichtlich verwirrt – dachten wohl sie hätten die größte Blume der Welt entdeckt 🙈


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