Cochamo Valley – Little Yosemite

Yosemite war bisher immer einer meiner Lieblings Nationalparks mit dem wunderschönen Tal, den steilen Granitfelsen und den unzähligen Wasserfällen. Allerdings wimmelt es dort ja nur so von Menschen. Nahe Puerto Varas gibt es das Cochamo Valley – so krass schön mit den steilen Felsdömen (plural vom Dom?). 
Zelte hier mitten im Paradies, hab bisher nur Chilenen getroffen, die alle schockiert sind dass ich alleine unterwegs bin – die selber reisen nämlich nur in Rudeln. Der Weg ins Paradies ist aber, wie im echten Leben auch, kein leichter: Es sind zwar nur 12km Wanderung, für die habe ich aber 6.5 Stunden benötigt. Warum? Der Trail ist eine Katastrophe, stundenlang geht es durch Knöchel- bis Knietiefen Matsch, es kostet super viel Zeit die tiefen Stellen zu vermeiden. An dieser Stelle ein hoch auf meine Schuhe die 6 Stunden lang überwiegend trocken geblieben sind. 
Zudem gibt es hier viele Adventure Elemente: Meterhohe Flüsse die nur mit dem großen Schritten überquert werden können – da muss man schon Fussvertrauen haben. Den Bänderanriss kann ich zumindest hiernach als geheilt betrachten. Breite Flüsse werden im besten Fall per Hängebrücke überquert, im schlechtesten Fall hängt ein Körbchen an nem Drahtseil, wo man sich reinsetzen muss und sich dann an Seilen über den Fluss zieht 🙈

Das gute sind die vielen Sonne Stunden die wir hier haben, als ich um 19h an Zeltplatz ankam gab es immer noch zwei…Tageslichtstunden, Sonne wäre übertrieben da es den ganzen Tag geschüttet hat wie aus Eimern. Mein ganzer Rücksack war so krass durchnässt, trotz Regenhülle – aber meine Trockenbeutel die eigentlich fürs Kayaken gedacht sind haben Essen, Kleidung und Schlafsack gut beschützt. War jetzt ja lange nicht mehr mit schwerem Gepäck wandern, aber mein Zelt etc. lässt sich echt gut tragen, hatte nach den 6 Stunden nichtmal Rücken- oder Schulterschmerzen. In einer Regenpause hab ich mir schnell nen Liter Wasser gekocht und mir köstliche Ramiem-Nudeln zubereitet. Mein lieber Kocher ist leider ziemlich verbeult – hat auf der Reise wohl mal was abbekommen. Der Wasserbehälter passt nicht mehr richtig auf den Brenner…aber es funktioniert noch. Und dann konnte ich mich endlich in mein Zelt verkriechen und bin im Nullkommanix eingeschlafen.

Hatte gestern eine lange Nacht, da ich mich erst um 23:00h entschieden hab trekken zu gehen…so unvorbereitet war ich noch nie, musste einem Mädel im Hostel die Kartusche abkaufen, morgens schnell Essen besorgen und dann zwei Stunden an der Bushalte auf den Bus hoffen. Verlässliche Infos gibt es keine, genausowenig wie Wanderkarten. Aber man läuft ja nur ein schmales Tal runter, da brauchte ich ich nichtmal meine Apps.


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