Quilotoa Loop – Treck zum Kratersee

In den letzten vier Tagen bin ich zum Kratersee des Quilotoa Vulkans getrekkt – richtig schön! Hatte erst bedenken dass ich mich auf dem Trek hoffnungslos verlaufe, da es keine Karte, sondern nur Schatzsuche-Hinweise gab, aber es hat zum Glück alles Bestens geklappt. War auch nicht zu anstrengend da jede Etappe nur ca. 12km und max. 1000 Höhenmeter hatte.

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Zuerst musste ich ja aber erstmal zum Startpunkt kommen. Am Besten startet man den Treck von Latacunga, das ist eine kleine Andenstadt und ist ungefähr so groß wie Emden. Der Bus hat mich aber leider nicht direkt in die Stadt gebracht, sondern mich einfach an der Schnellstraße rausgeschmissen…ist hier wohl normal, jedenfalls haben ein paar Taxis gewartet 😉 Die Stadt wirkt noch gar nicht touristisch, es gibt auch nicht viele Hostels hier, und die Frauen tragen hier noch größtenteils die traditionellen Kleider.

Am Freitag ging es dann mit dem Bus los nach Sigchos, von dort kann man gut die Wanderung starten. Hab im Bus noch zwei Deutsche getroffen, mit denen bin ich dann die erste Etappe gelaufen. War ganz lustig den Anweisungen zu folgen….gehe ans rechte Ende der Stadt…biege die zweite Straße nach der rosa Kirche ab…geh links, nimm die Rechtskurve und biege dann auf den kleinen Pfad ab, der ins Tal führt… Wir haben die Schatzsuche aber problemlos gemeistert, wenn man unterwegs ist machen die Hinweise schon recht viel Sinn (meistens). So ging es dann am ersten Tag vier Stunden lang durch das Ecuadorianische Hochland, vorbei an vielen Feldern, Farmen und kläffenden Hunden nach Isinlivi ins Llullu Llama Hostel. Das Hostel ist hier in Ecuador recht bekannt – zurecht! Das ist wohl das schönste, gemütlichste Hostel mit den nettesten Menschen und dem besten Essen (selbstgebackenes Brot!), das man sich wünschen kann. Viele der Wanderer, die am Vortag angekommen sind, blieben noch eine zweite Nacht so dass wir am Folgetag eine recht große Gruppe waren, die sich auf auf die nächste Etappe gemacht hat.

Am Samstag ging es dann weiter von Isinlivi nach Chugchillan, mit unserer Gruppe aus Deutschland, der Schweiz, Belgien und England. Belgien und England sind allerdings bald zurück geblieben, da Belgien extreme Höhenangst und Probleme mit dem Weg hatte – manche Menschen können halt nicht laufen. Der Treck war richtig schön und führte ein ganzes Stück an einem Fluss entlang, den man mehrfach kreuzen musste. Ein Baumstamm war bestimmt 15m lang und ging recht hoch über den Fluss rüber…ok da hatte ich auch Höhenangst. Später gab es noch eine Indiana Jones Brücke, die war toll. Wir sind recht früh in Chugchillan City angekommen, den Ort hat man innerhalb von 5 Minuten zu Fuß durchquert, allerdings gibt es dort zwei kleine Tante Emma Läden, die Eis verkaufen, sehr gut. Unser Hostel hatte diesmal sogar Tischtennisplatten und Pooltische, so dass man den Nachmittag ganz gut rumbekommen hat. Die Welt ist übrigens wirklich klein – die eine Deutsche und ich haben eine gemeinsame LHT Kollegin aus Praktikantenzeiten, und eine Französin kannte wieder den Kolumbianer, mit dem ich vor ein paar Wochen von Peru nach Ecuador gereist bin. Und auf dem Weg zum Bus in Latacunga bin ich den beiden Medizin-Prinzessinen über den Weg gelaufen.

Am Sonntag war dann schon die letzte Etappe angesagt, von Chugchillan nach Quilotoa zum Highlight des Trecks, dem großen Kratersee. Ein Teil des Weges wurde von einem Erdrutsch zerstört, da musste man etwas ausweichen war aber nicht weiter dramatisch, außer für Belgien, die fand das ganz grausam, warum auch immer. Mittags haben wir noch ein kleines Dorf durchquert und hatten Glück: Ein kleiner Laden hatte geöffnet und hatte grade frisches Brot gebacken, richtig gut. So langsam sind wir dann auf den Krater zugelaufen, allerdings hatten wir die Wolken im Nacken. Zum Glück hatte ich wieder Gipfel-Adrenalin und bin noch 15 Minuten bevor der Himmel dunkel wurde am Kraterrand angekommen.

Der Krater ist schon riesig – 3km im Durchmesser, höchster Punkt auf 3.914m und der See soll je nachdem wen man fragt zwischen 250m tief und bodenlos sein. Allerdings ist der Ausbruch schon eine Weile her, es wird so 1280 geschätzt. Vielmehr kann man zum Krater halt nicht sagen, außer dass der Krater mit dem See wirklich wunderwunderschön ist, vor allem wenn sich der Himmel und die Wolken im See spiegeln. Um in die Ortschaft zu gelangen sind wir ca. ein Viertel um den See herumgelaufen. In Quilotoa haben sich dann die meisten Wege getrennt, da die meisten schon zurück nach Latacunga wollten. Ich wollte aber gerne noch einmal den ganzen Krater umrunden und bin daher noch eine nacht in Quilotoa geblieben.

In dem schlechtesten Hostel aller Zeiten! Super teuer, kein WLAN auf dem Zimmer (Hätte ich zum Geburtstag schon gerne gehabt um nach Hause zu telefonieren), vom Essen hab ich ne kleine Lebensmittelvergiftung bekommen und der Schornstein vom Kamin auf dem Zimmer war verstopft so dass ich noch das Zimmer wechseln musste, um einer Rauchvergiftung zu entgehen. Naja.

Da morgens das Wetter ja normalerweise immer richtig gut ist mit sehr klarem Himmel bin ich ja noch eine Nacht in Quilotoa geblieben, um den See nochmal bei schönem Wetter zu sehen – leider hat es dann heute doch total geregnet und war mega bewölkt – zum Glück ist es später noch aufgeklart. Ich dachte eigentlich die Runde um den Kraterrand wäre ein Klacks, dann ging es aber doch noch einige Male ganz schön steil hoch auf ganz schön schmalen Wegen bei ganz schön starkem Wind – dafür gab es dann aber nochmal schöne Aussichten. Zurück im Ort konnte mir mein Hostel dann auch nicht sagen, wie ich zurück nach Latacunga komme…außer mit nem Taxi; dabei soll es eigentlich drei Busrouten geben. Naja…etwas außerhalb stand ein Bus, mal schauen wo der hinfährt – und Glück gehabt! Musste nur 10 Minuten warten, da fuhr der Bus direkt von Quilotoa nach Latacunga, manchmal läufts dann halt auch wieder mit 🙂

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Vielen Dank übrigens für die ganzen Geburtstagsgrüße und Glückwünsche und Anrufe, Voicemessages und Fotos, habe mich sehr gefreut 🙂

Morgen geht es dann weiter für vier Tage in den Cotopaxi Nationalpark, dort wird es kein WLAN geben, bin dann also erst am Wochenende in Quito wieder zu erreichen.

Hier die Route allerdings sind Sigchos und Isinlivi hier viel zu nah beieinander:


2 Gedanken zu “Quilotoa Loop – Treck zum Kratersee

  1. Hallo!

    Super Text, hat mich gleich nochmals motiviert, den Loop zu machen!
    Hoffe, ich darf Dir diese Fragen stellen:

    Hast Du die Hostels im Voraus gebucht oder spontan entschieden?
    Würdest Du die Wanderung einer Anfängerin (wandern etc.) Empfehlen? Du hast da etwas von sehr schmalen Wegen geschrieben… 😮

    Liebe Grüsse
    Nella

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    1. Hi Nella, die Wege sind schmal aber es geht nur an einer Stelle etwas steiler herab. Es waren einige auf dem Weg unterwegs, die keine Wandererfahrung hatten. Allerdings gibt es einen steilen Abschnitt mit Geröll, bei dem man Trittsicher sein sollte, evtl hilft hier ein Wanderstock. Ein-zweimal geht es ein paar hundert Meter hinauf, aber mit einer durchschnittlichen Fitness sollte es kein Problem sein. Allerdings sind die Wegbeschreibungen etwas Abenteuerlich – als ich Ende August unterwegs war habe ich aber unterwegs einige andere Wanderer getroffen.

      Im Hostel in Latacunga trifft man üblicherweise auch andere Leute, die den Trek gehen, das Hostel hat ja auch die Wegbeschreibung.

      Llulu Llama würde ich reservieren da ich dort damals das letzte Bett bekommen hab, Cloud Forest ist recht groß, da solltest du keine Probleme haben.

      Liebe Grüße

      Tina

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