Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein!

Der Berg hat mal wieder gerufen, und das auch noch sehr laut, der ist ganz schön aufdringlich geworden, seitdem ich aus Peru wieder da bin 🙂

Irgendwie habe ich es doch noch geschafft, eine Woche Urlaub im August einzubauen, aber wie so oft hat mir meine alte Bekannte, die Regenwolke erstmal einen Strich durch die Rechnung gemacht…

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Nach wochenlangem Traum-Bergwetter hat pünktlich zum angedachten Urlaubsbeginn das Tiefdruckgebiet Einzug in die Alpen gehalten -.-

Grade, als ich meinen Urlaub schon ins Wasser fallen sehen habe (haha) verbesserte sich die Vorhersage ab Mitte der Woche…eigentlich braucht man für den Berliner oder Stubaier Höhenweg um die Acht Tage…da das Wetter nun aber erst ab Mittwoch besser werden sollte, hatte ich nur noch 5…bzw. 6 wenn ich noch den Montag dranhänge. Da die Etappen aber wirklich zumeist nur sehr kurze Strecken enthielten, könnte man schon einige Etappen zusammenfassen und an einem Tag erledigen.

Als ich mich dann endlich für den Berliner Höhenweg entschieden hatte, musste das Wetter mir dann erneut einen Streich spielen: Prompt fing es dort an zu schneien, eher suboptimal wenn man auf einem felsigen, steilen, schmalen Grat wandern möchte. So wurde dann am Vorabend der Abreise nochmal flink die ganze Tour auf den etwas niedrigeren Stubaier Höhenweg umgemodelt…so eine oberflächliche Vorbereitung gefällt mir dann ja mal ganz besonders gut 😉

Die Anreise ging dann auch gleich komplett daneben – die Deutsche Bahn macht’s möglich! Die ohnehin schon endlose Fahrt vom Münchner Flughafen zum Hbf hat sich aufgrund des verspäteten zweiten Zugteils und reduzierter Geschwindigkeit durch technische Probleme so stark verzögert, dass ich nicht nur einen, sondern gleich zwei Züge nach Innsbruck verpasst habe…Jippi. Das Gute an der Sache: die Janinanana war grade in MUC, und die 1.5hr bis zum nächsten Zug wurden so dann doch kurz 🙂

Irgendwann im Dunkeln bin ich dann bei meiner Pension in Neder, Neustift angekommen. Gewohnt hab ich dort passenderweise in der Pension Tina, die echt schön gewesen ist mit den nettesten Inhabern, und das Beste: Ich konnte die Wanderung zur Starkenburger Hütte gleich von dort aus beginnen.


1. Etappe: von Neder zur Starkenburger Hütte (Mittwoch, 19.8.2015)

Distanz: ca. 7km     Aufstieg: ca. 1.260m     Abstieg: ca. 29m

Das Wetter am ersten Tag war wie vorhergesagt sehr wolkig, aber ab Donnerstag sollte es ja besser werden, und zum Aufstieg war schlechtes Wetter auch noch ok, da hier der Weg noch sehr gut begehbar war. Von Neder ging es erstmal eine Weile auf einer asphaltierten Strasse bergauf, doch schon bald konnte man auf einen kleinen Pfad durch den Wald abbiegen. Das Tal hat man die ganze Zeit kaum zu Gesicht bekommen, da alles in eine dichte Wolke gehüllt gewesen ist. Ausser mir ist an dem Tag niemand sonst auf dem Weg unterwegs gewesen, so dass ich den Wald für mich alleine hatte. Der Weg war ganz hübsch, bin unterwegs sogar an vielen Fliegenpilzen vorbeigekommen, da kann ja nichts mehr schiefgehen, die bringen einem ja Glück 🙂 Die Wege waren auch supergut ausgeschildert, und noch nie habe ich soo viele rote Markierungen gesehen, da konnte selbst ich mich beim besten Willen nicht mehr verlaufen! An der Starkenburger Hütte wäre ich beinahe vorbeigelaufen, da das Gebäude in dem mittlerweile sehr dichten Neben kaum noch zu sehen gewesen ist!

Die Starkenburger Hütte ist wirklich sehr niedlich und total gemütlich eingerichtet, zudem ist das Matratzenlager das absolut Beste, in dem ich bisher gewesen bin:

Kopie von IMAG4142

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Neue Etagenbetten mit Trenner zum Nachbarn und Panoramaview auf die Berge…theoretisch zumindest, ich hab ja nur Wolken gesehen, mir aber sagen lassen, dass dahinter auch wohl Berge versteckt sind 😉

 

1. Etappe Starkenburger Hütte

Alleine Wandern als Frau?

Ich hatte ja zu Beginn der Wanderung schon kleine Bedenken, den Höhenweg alleine durchzulaufen, sonst hatte ich ja irgendwie doch immer jemanden dabei, und dann das erste Mal in den Alpen alleine gleich so eine “anspruchsvolle” Runde, ob das wohl gut geht? Im Nachhinein kann ich auf jeden Fall schonmal sagen: Beste Entscheidung ever! Hab mich generell auf dem Höhenweg sehr wohl gefühlt, vom Schwierigkeitsgrad her würde ich den Weg eher als “Mittel” einstufen, und alleine habe ich mich zu keiner Zeit gefühlt, da man auf den Hütten die nettesten Leute kennenlernt! Kann jetzt schon kaum den nächsten Trip abwarten 🙂


2. Etappe: Starkenburger zur Franz-Senn Hütte (Donnerstag, 20.8.2015)

Distanz: ca. 15km     Aufstieg: ca. 706m     Abstieg: ca. 784m

Der ursprüngliche Plan war eigentlich, die ersten beiden Etappen zusammenzulegen, aufgrund des schlechtes Wetters habe ich ich dann aber doch dagegen entschieden, und die “lange” Etappe auf den nächsten Tag verlegt. Die Sicht war sogar besser als am Vortag, man konnte den Wegweiser sowie den Weg sehen 🙂 Ich bin als erstes von der Hütte los, da ich bei der Franz-Senn Hütte evtl. noch auf einen Gipfel wollte, falls das Wetter noch besser wird.

Je höher ich kam, desto dichter wurden allerdings wieder die Wolken, so dass ich die meiste Zeit bis auf den Weg kaum etwas gesehen habe. Aufmunternderweise kam ich bald schon an zwei Gedenktafeln vorbei, die an Wanderer erinnern, die auf dem Weg tödlich verunglückt sind. Die Wegbeschreibung hat schon vor einem schwierigen Abschnitt gewarnt, dort stand auch extra nochmal ein Hinweisschild, dass der Weg wirklich nur für geübte Wanderer mit Alpinerfahrung geeignet ist…naja ich war ja schon in vielen anderen Gebirgszügen. Der gefährliche Abschnitt war allerdings echt unspektakulär, es gab keine Stelle die irgedwie unangenehm gewesen wäre.

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Nach einer Weile drängelte sich dann eine Schafherde an mir vorbei, die Lümmel haben sogar ein wenig geschubst! Der Hirte hat die aber wohl gerufen, denn es gab Futter, das kann man dann natürlich verstehen. Auch für mich war das Essen nicht mehr weit, denn auf halber Strecke war eine kleine Alm, wo es ein Süppchen zum Mittagessen gab und in der sich nach und nach alle Wanderfreunde von der Starkenburger Hütte eingefunden haben.

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Bei der Franz-Senn Hütte angekommen, war es leider immer noch sehr zugezogen, so dass der Gipfel erstmal getrichen war. Ich musste erstmal meine Schuhe und Socken in den Trockenraum bringen…da ich vorgelaufen bin, hab ich auch den ganzen Tau von den Gräsern abbekommen, und meine Schuhe waren ziemlich durchnässt. Die Hütte war wesentlich größer als am Vortag, so ging es dort auch recht hektisch zu, beim Abendessen durften wir nichtmal mit unserer Gruppe zusammensitzen, da wir keine Halbpension gebucht hatten, etwas blöd, dafür war das Essen lecker. Das Schlaflager war riesengroß und bei weitem nicht so ruhig wie die Nacht zuvor, zudem hat der Typ neben mir mich immer mit seiner Taschenlampe angeleuchtet, wenn der nachts aufgewacht ist, argh.


3. Etappe: Franz-Senn Hütte zur Neuen Regensburger Hütte (Freitag, 21.8.2015)

Distanz: ca. xxkm     Aufstieg: ca. xxxm     Abstieg: ca. xxxm

Am dritten Tag wurde das Wetter endlich besser! Wir sind morgens bei ganz klarem Himmel aufgewacht, jippi, schon schön mal zu sehen, wie es um einen herum eigentlich aussieht! Ich bin mal wieder in aller frühe los, um den Weg wie in den letzten Tagen für mich alleine zu haben. Endlich konnte auch auch mal den Weg sehen, den ich am Vortag gelaufen bin 🙂

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Schon recht bald habe ich eine schöne Alm erreicht, habe dort grade noch eine kleine Herde Gämsen vor mir flüchten gesehen. Die Wiese lag schon im Sonnenschein…so schön nach 2 Tagen im Dauernebel! Daher habe ich auch erstmal eine zweite Frühstückspause eingelegt, um die Sonne kurz zu genießen – der weitere Wegverlauf ging nämlich wieder durch den Schatten.

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Weiter ging es dann über den kleinen Fluss, vorbei an kleinen Tümpeln hoch auf den Pass, von dem aus man das Basslerjoch besteigen konnte. Leider war es da schon wieder recht wolkig, so dass man kaum etwas sehen konnte, allerdings war der Aufstieg zum Gipfel nur 20 Minuten lang, und in der Hoffnung auf eine Wolkenlücke wollte ich dann doch noch mein Glück versuchen. Der Gipfel war allerdings die ganze Zeit in dichte Wolken gehüllt, so dass man einfach mal gar nichts gesehen hat. Nach einer halben Stunde bin ich also zurück auf den Höhenweg gegangen, wo ich wieder die liebe Holländerin und die beiden netten Frauen aus Berlin getroffen habe, die auch seit der ersten Etappe dabei waren.

Der Abstieg zur neuen Regensburger Hütte ging geschwind, als noch einmal die Sonne rauskam gab es noch eine Pause, danach gings erstmal weiter zur Hütte. Hier durfte ich mir mal wieder blöde Sprüche anhören, warum ich bei dem schlechten Wetter mit kurzer Wanderhose unterwegs war…aber beim Laufen wird einem halt warm. Hier durfte ich allerdings nicht im Haupthaus schlafen, sondern musste weiter hinten in ein Extra Gebäude, da die Hütte meine Reservierung irgendwie nicht finden konnte. War aber gut, später kam die Holländerin auch in das Matrazenlager, wesentlich besser als neben einem schnarchenden Mann zu schlafen, auch wenn das Mädel im Schlaf gesprochen hat 😉

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IMAG4212Für die Etappe des nächsten Tages war ich hin- und hergerissen. Der Abschnitt zur Dresdner Hütte ist einer längsten und anstrengensten, zumindest laut der Beschreibung. Allerdings musste ich ja einige Abschnitte zusammen legen, um den ganzen Höhenweg, der auf 8 Tage ausgelegt ist, in 6 Tagen zu schaffen. Die Hütte nach der Dresdner Hütte war allerdings schon ausgebucht, daher habe ich mich dann doch entschieden, auf der Dresdner Hütte zu bleiben.

Die Wissenschaft des Wanders – nur für echte Profis Teil 1

Arrogante Schlauberger trifft man auf den Hütten übrigens auch. Zwar hab ich kaum Widerworte dazu erhalten, dass ich als Frau aus Norddeutschland alleine in den Alpen wandere, aber die Idee, Abschnitte zusammen zu legen, wurde teilweise echt ins lächerliche gezogen und als nicht realisierbar dargestellt – ich meine, ich habe von 15km Etappen mit 1500 Höhenmetern gesprochen, davon wurde mir stark abgeraten…obwohl die Wege bisher wirklich nicht schwierig gewesen sind. Auch mein Kommentar, dass ich von der Kondition her schon locker (naja vielleicht nicht ganz locker) 20 km mit 2000m Anstieg schaffe, war da egal. Dann hab ich mich noch beklagt, keine Gletscher gesehen zu haben, da wurde auch wieder gelacht, da ich Dummerchen wolh nicht weiss, dass die Gletscher auch unter dem Geröll liegen. Zudem soll ich mich am nächsten Tag auf jeden Fall vor der Höhe in Acht nehmen (2800m am höchsten Pass oder so). Dass ich neulich erst auf einem 5700m Gletscher war, wurde nicht ernst genommen, denn die gibt es ja gar gar nicht, also ist das ja unmöglich, zumal die Alpen der einzige Gebirgszug auf der Welt sind. Die Gletscher hatte ich übrigens nicht gesehen, da die Gipfel in dichte Wolken gehüllt waren, Idioten!


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